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09.02.2026

Issue der Woche: Aus der Anbindung – Tierwohl auf Termin…?!

Der niedersächsische Vorstoß zum Ausstieg aus der Anbindehaltung bei Rindern hat eine bundesweite Debatte über Tierschutz in der Nutztierhaltung ausgelöst. Das Konzept sieht vor, dass Betriebe die Anbindehaltung innerhalb definierter Fristen umbauen oder beenden. Ob sich daraus langfristig ein einheitlicher, bundesweiter Ansatz entwickelt, bleibt abzuwarten.

Das niedersächsische Landwirtschaftsministerium hat kürzlich ein Ausstiegskonzept für das Ende der Anbindehaltung bei Rindern vorgestellt. Mehr als 1000 Betriebe in Niedersachsen, die Rinder aktuell in Anbindehaltung halten, wären davon betroffen. Konkret sind nach Form der Haltung differenzierte Übergangsfristen und Meldepflichten vorgesehen. So müssten beispielsweise Betriebe, die ihren Tieren gar keinen Auslauf ermöglichen, in einer Übergangsfrist von 18 Monaten die Anbindehaltung umbauen oder beenden. Für Beratung und Investitionen würden Fördermittel bereitgestellt. Der Erlass befindet sich aktuell im Anhörungsverfahren bei den kommunalen Spitzenverbänden.

Tierschutzorganisationen begrüßen den Ausstieg und fordern ein bundesweites Verbot jeglicher Anbindehaltung. Klare, einheitliche Regeln könnten Wettbewerbsnachteile für umbauwillige Betriebe vermeiden und würden ermöglichen, dass höhere Tierschutzstandards  mit fairen Wettbewerbsbedingungen einhergehen. Auch wenn die Tierschützer sich eine kürzere Übergangsfrist im Sinne der jetzt betroffenen Tiere gewünscht hätten, sei Niedersachsens Schritt ein wichtiges Signal für die restlichen Bundesländer.

Landwirtschaftsverbände hingegen tragen den Schritt im Ergebnis zwar mit, betonen aber die Notwendigkeit nach Planungssicherheit und ausreichender Förderung. Benötigt würden Mittel für Beratung, baurechtliche Verfahren und Umbauten. Für bayerische Bauernverbände komme ein festes Ausstiegsdatum nicht in Frage. Bei dem  niedersächsischen Erlass handele es sich um eine länderspezifische Regelung. Er werde jedoch einen „willkommenen Anlass“ für NGOs bieten, den Druck auf die Politik zu diesem Thema zu erhöhen.

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