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BVE-Podiumsdiskussion "Lebensmittelbetrug & Verbrauchertäuschung" – Erfolgreich gegen "schwarze Schafe"

Im Rahmen des BVE-Krisenmanagements nutzten rund 50 Besucher der ANUGA am 12. Oktober 2015 in Köln die Gelegenheit, mit hochkarätigen Experten über die Themen „Lebensmittelbetrug und Verbrauchertäuschung“ zu diskutieren. Bei Betrug, waren sich alle Vertreter aus Wirtschaft, Behörde und Verbraucherschaft einig, müsse die Strafverfolgung konsequent greifen. Diskussionsbedarf hingegen herrschte beim Thema Verbrauchertäuschung über eine allgemeingültige Definition wie auch die Vermeidung und Ahndung entsprechender Vorfälle.

Peter Feller, Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE), begrüßte als Gastgeber die Teilnehmer und stellte die Serviceleistung „BVE-Krisenmanagement“ mit ihren präventiven und operativen Elementen vor.

Zu Beginn der Moderation wies Dr. Michael Lendle, AFC Risk & Crisis Consult darauf hin, dass Unternehmen über die Einhaltung gesetzlicher Regelungen und Erfüllung von Kundenanforderungen hinaus, vermehrt die Forderung vieler Nichtregierungsorganisationen nach Transparenz und Information berücksichtigen sollten.

Dass kriminell organisierter Betrug entsprechend geahndet und mit Sanktionen belegt wird, stellte Dr. Robert Schaller vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) unmissverständlich klar. Dabei ist die Zusammenarbeit in der Europäischen Union mit 28 Mitgliedstaaten nicht nur über das Schnellwarnsystem RASFF, sondern auch das AAC-System zum Food Fraud Network ab November dieses Jahres ein zentrales Element.

Klaus Müller, Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), begrüßte diese internationale Zusammenarbeit wie auch die Entwicklung bei Qualitätsstandards und Eigenkontrollsystemen der Industrie. Optimierungsbedarf herrsche hingegen bei dem Austausch an Informationen zwischen Wirtschaft und Behörden, um Lebensmittelbetrug entschlossen zu begegnen.

Dieser Forderung nach mehr Transparenz durch Information komme die Wirtschaft weitreichend nach, betonte Christoph Minhoff, BVE und BLL. Der Dialog zu Vertretern der Verbraucherschaft und Medien sei ebenso wichtig wie auch eine große Chance, für Unternehmen sich authentisch darzustellen und verantwortungsvoll wahrgenommen zu werden.

Laura Gross, Die VERBRAUCHERINITIATIVE Bundesverband, verwies auf das Onlineportal lebensmittelklarheit.de als notwendige Ergänzung zum Lebensmittelbuch, um die Bedürfnisse der Verbraucher hinreichend zu erfüllen. Immerhin wurden bei einem Drittel der monierten Täuschungen von betroffenen Unternehmen entsprechende Korrekturen vorgenommen. Dass diese Änderungen vor allem bei der Produktkennzeichnung eine eher pragmatische Entscheidung sei, erläutert RA Prof. Gerd Weyland, KWG Rechtsanwälte. Die meisten Vorfälle zur „Verbrauchertäuschung“ liegen im aktuell gegebenen Gesetzesrahmen zur Kennzeichnung von Lebensmitteln.

Die zuweilen kontrovers geführte Debatte zu „Lebensmittelbetrug und Verbrauchertäuschung“ zeigt dennoch Einigkeit darüber, dass insbesondere bei Food Fraud sowohl Unternehmen wie auch Behörden im stetigen Austausch bleiben müssen, um gemeinsam die „schwarzen Scharfe“ aufzuspüren, zu sanktionieren und sich von diesen zu distanzieren. Überdies sei es erforderlich, in die Bildung des Verbrauchers bereits in Schulen zu investieren.

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